Veröffentlicht am 26. Januar 2021: Die Pandemie hat uns auch über den Jahreswechsel fest im Griff und führt teils zu tiefen Veränderungen in unserer Wirtschaft. Lieferketten brechen auseinander, Geschäftsmodelle entfallen und trotz staatlicher Hilfszusagen geraten gesunde Unternehmen unter Druck.
Aus unserem Mitgliederkreis und aus Partnerorganisationen wird uns signalisiert, dass Unternehmen durchaus gezwungen sind, ihr Eigenkapital zum Ausgleich von Verlusten einzusetzen. Einige Gesellschafter gewähren ihren Unternehmen somit Darlehen, da sie von der Zukunftsfähigkeit ihrer Firmen überzeugt sind und so die Liquidität verbessert werden kann. Diese Gesellschafterdarlehen dürfen, mit einem Rangrücktritt versehen, nur nachrangig und aus erwirtschafteten Gewinnen wieder getilgt werden.
Aus Sicht der EU-Kommission sind diese Gesellschafterdarlehen jedoch wie Fremdkapital einzustufen und verhindern nicht die Aufzehrung des Eigenkapitals durch auflaufende Verluste. Erreichen die kumulierten negativen Beträge mehr als die Hälfte des gezeichneten Stammkapitals, gilt ein Unternehmen automatisch als „in Schwierigkeiten“ (UiS) und kann keine Förderprogramme, Überbrückungs- und Soforthilfen oder auch Kredite in Anspruch nehmen.
In Zeiten milliardenschwerer Corona-Hilfspakete auf EU- und Staatsebene erscheint es schwer verständlich, diese Regularien weiterhin bei vor der Krise gesunden Unternehmen strikt einzufordern. Einmal als "UiS" eingestuft bleibt innovativen KMU beispielsweise eine Förderung von zukunftsgerichteter Forschungs- und Innovationstätigkeit im Rahmen des ZIM verschlossen, obwohl gerade diese Investitionen in die Zukunft die Wettbewerbsfähigkeit von KMU steigern.

 

Das Positionspapier des VIU zu "Unternehmen in Schwierigkeiten (UiS) - unter Corona-Bedingungen neu bewerten"" können Sie hier als PDF: downloaden.