Prägt seit über 20 Jahren die FuE-Förderlandschaft in Deutschland

Der von VIU und Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) zum Thema „Innovation im Mittelstand – Wie Transfer gelingt“ gemeinsam durchgeführte Kongress fand im Rahmen des 30. Verbandstages des VIU statt. Ziel des Kongresses war es, den Transfer von Forschungsergebnissen in marktgängige Produkte als Gradmesser erfolgreicher Innovation darzustellen und dabei die Wege und Prozesse des Transfers in Unternehmen und Forschungseinrichtungen sichtbar zu machen. Zu Beginn wurde eine Blitzumfrage unter den Teilnehmern des Kongresses gestartet, die den roten Faden zum Thema der Veranstaltung aufnahm und, differenziert nach Unternehmen, Forschungseinrichtungen und sonstigen Teilnehmern nach dem „Wie“ des Transfers fragte.

 

Im einleitenden Vortrag zum Kongressthema verwies MinR Dr. Ulrich Romer, BMWi, u.a. auf die Anstrengungen zur Erhöhung des  FuE-Input, wie z.B. des Anteils der Forschungsausgaben am BIP auf 3,0%. Trotzdem sei die Innovatorenquote – der Anteil der Unternehmen, die Innovationen innerhalb der letzten drei Jahre auf den Markt gebracht haben –im Zeitraum 1999 bis 2016 von 56 %  auf 36 %  gesunken. Der Trend halte an. Im European Innovation Scoreboard 2018 sei Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um einen Platz gefallen und gehöre mit Platz sieben nur noch zur Gruppe der „starken Innovatoren“ und nicht mehr zur Gruppe der „Innovationsführer“.
Daher soll es bis zum Ende der Legislaturperiode eine Roadmap der Regierung geben mit Blick auf Maßnahmen zum verbesserten Transfer von Forschungsergebnissen in marktfähige Produkte. In Gründung ist eine Agentur für Sprunginnovationen. Sie soll u.a. Innovationswettbewerbe ausloben.

 

In seinem Impulsvortrag befasste sich Prof. Dr.-Ing. Volker Stich, Forschungsinstitut für Rationalisierung  (FIR) e.V. an der RWTH Aachen mit den „Herausforderungen in einer digital vernetzten Welt“ und stellte dabei folgende Aspekte in den Mittelpunkt:
1. Unsere Welt: Schneller, komplexer, schwerer vorhersehbar
2. Das lernende, agile Unternehmen - Entscheidungen datenbasiert treffen
3. Situation des Mittelstands
4. How to close the Gap between Science and Industry- Der Aachener Ansatz

Unter der Moderation von Marcus Netzel, EuroNorm GmbH, präsentierten anschließend Vertreter von sieben Mitgliedsunternehmen des VIU Pitches zum Thema „Vielfalt beim Transfer – Wege zum Markt“:
•    Innovation in den Pflegemarkt – neuer Pflegesessel
Susanne Trabandt, Institut für Holztechnologie Dresden
•    Von der Marktlücke zum Produkt: Mobiler Messstand ersetzt LKW-Messfahrten
Gerhard Schreiber, Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin
•    Gegensätze ziehen sich an – Grundlagenforschung versus Kommerzialisierung oder Holz versus Kunststoff
Prof. Dr.-Ing. Martin Bastian, SKZ – Das Kunststoff-Zentrum, Würzburg
•    Netzwerken über Ländergrenzen – der neue Technologietransfer in Europa
Dr. Frank Meister, Thüringisches Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung, Rudolstadt
•     Bauteile in die Röhre: Mit Computertomografie Wirkung von Hitze und Kälte auf Industrieprodukte messen
Bernd Rhiemeier, AUCOTEAM GmbH, Berlin
•    Thüringisches Knowhow für österreichische Präzisionsoptik
Jürgen Schmidt, INNOVENT e.V. Technologieentwicklung, Jena
•    Von der Marktlücke zur industriellen Messtechnologie – Forschung als Entwicklungs-Booster!
Joachim Denker, ASINCO GmbH, Duisburg

 

Eine Gesprächsrunde der Pitches-Teilnehmer unter Leitung von Marcus Netzel resümierte abschließend die Anforderungen und Wege eines erfolgreichen Transfer-Geschehens. Die Politik hat dabei eine wichtige Rolle bei der Schaffung günstiger Rahmenbedingungen zu spielen.


Im zweiten Teil des Kongresses erfolgte die nunmehr vierte Vergabe des DKB-VIU-Nachwuchsforscherpreises unter dem Titel „Nachwuchsforscher präsentieren Innovationen“.

Die Deutsche Kreditbank AG (DKB AG) und der Verband Innovativer Unternehmen (VIU) fördern mit dem mit insgesamt 5.000 Euro dotierten Preis eine enge Verzahnung von Fachhochschulen, Hochschulen und Universitäten mit der mittelständischen Industrieforschung unter dem Aspekt praxisnaher Forschung und Nachwuchssicherung.

 

Die Preisverleihung übernahm der VIU-Vorstandsvorsitzende Dr. Ralf-Uwe Bauer gemeinsam mit der DKB AG.  Die fünfköpfige Jury verlieh die im Zwei-Jahres-Rhythmus vergebene Auszeichnung erstmals an drei Männer. Dr. Sebastian Spange und Gregor Böhm teilen sich den ersten Preis, Tobias Petzold erhielt den dritten Preis.

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Die Preisträger des DKB-VIU-Nachwuchsforscherpreises 2018: Tobias Petzold, Gregor Böhm,

Dr. Sebastian Spange (v.l.). Bildquelle: VIU

 

Dr. Sebastian Spange wurde für die Entwicklung einer antibakteriellen Beschichtung von Wundauflagen ausgezeichnet. Die vorgestellten Ergebnisse seiner an der Universität Greifswald abgelegten Promotion zeigten, dass bereits deutliche geringere Konzentrationen der wirkstoffhaltigen, mit Silber ausgestatteten Beschichtung notwendig waren, um die Leistung von am Markt befindlichen Produkten zu erreichen bzw. zu übertreffen, so bei der antibakteriellen Wirkung. Möglich wird dies durch eine Plasmabeschichtung unter Normaldruck.

 

Für die Entwicklung eines Schnelltests zur Bestimmung der Lebendkeimzahl in Nahrungsmitteln wurde Gregor Böhm von der fzmb GmbH mit einem ersten Preis ausgezeichnet. Innerhalb weniger Sekunden erhält die Ernährungswirtschaft durch die von ihm entwickelte Methode Daten zur Keimzahl einer Probe, die eine Einschätzung der Produktsicherheit ermöglichen. Das gelingt durch die Analyse mit Nahinfrarot-Spektroskopie, bei der kurzwelliges Infrarotlicht genutzt wird. Böhms in seiner Bachelorarbeit an der Staatlichen Studienakademie Plauen entwickeltes Prognosemodell will die fzmb GmbH als Praxispartner in ihr System mylab integrieren.

 

Mit Textilien arbeitete auch Tobias Petzold vom STFI für seine mit dem dritten Preis ausgezeichnete Arbeit zu funktionalisierten Fasern für den 3D-Druck. Mit dem genutzten Verfahren können ausgewählte Teile von Textilien so beschichtet werden, dass die Produkte zusätzliche Eigenschaften wie Reflexion, elektrische Leitfähigkeit, verbesserte Abriebfestigkeit und antimikrobielle Wirkung erhalten. Der 24-jährige Tobias Petzold konnte durch die im Rahmen seiner Masterarbeit an der HTW Dresden durchgeführten Untersuchungen die Materialpalette an weichen und flexiblen Fasern, so genannten Filamenten, für das gewählte 3D-Druckverfahren aufgrund des Einsatzes spezieller Additive erweitern.

 

„Die Preisträger haben Großartiges geleistet. Mit ihren Forschungsarbeiten entwickelten sie innovative Lösungen für den Markt. Die Nachwuchsforscher schaffen damit gesellschaftlichen Mehrwert und leisten einen wichtigen Beitrag zum technischen Fortschritt. Herzlichen Glückwunsch und weiter so!“, sagt Thomas Jebsen, Vorstandsmitglied der DKB. Die Geschäftsführerin des VIU, Dr. Annette Treffkorn, ergänzt: „Der Transfer der konkreten Forschungsergebnisse von der Wissenschaft in die Wirtschaft bahnt sich erfreulicherweise bereits an. Die innovativen Entwicklungen verdienen den Erfolg.“

 

Hier einige Impressionen von unserem Kongress am 6. Dezember 2018 im Bundeswirtschaftsministerium:

  • Kongress_01
  • Kongress_02
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