Cyanid-Analytik: Gemeinsam schneller zum Ergebnis
Innovative Wasseranalytik durch eine starke Partnerschaft: Drei Partner aus Wirtschaft und Forschung bündeln ihre Kompetenzen, um die Cyanid-Messung in Wasser effizienter und zuverlässiger zu gestalten. Wie aus gemeinsamer Expertise eine zukunftsweisende Lösung für die Umweltüberwachung entsteht, zeigt das Projekt rund um den Cyanid-Analysator Cyanimax GX.
Die VIU-Mitgliedsunternehmen ECH Elektrochemie Halle GmbH, Gesellschaft zur Förderung von Medizin-, Bio- und Umwelttechnologien e. V. (GMBU) und Optotransmitter - Umweltschutz - Technologie (OUT) e. V. arbeiteten gemeinsam an der Entwicklung eines neuartigen Analysengerätes. Dieses Gerät misst die Cyanid-Konzentration in Wässern nach einem neuen Verfahren, das eine erhebliche Zeitersparnis bedeutet.
Cyanide entstehen u. a. bei der Metallgewinnung (Gold-, Silberextraktion), in der Galvanik, in der chemischen Industrie oder durch Leckagen aus industriellen Anlagen. Sie können in Grund- und Oberflächenwasser gelangen und dort lange Zeit giftig wirken. Freies Cyanid wirkt bereits bei 40 µg/l letal auf Forellen, für Menschen gelten ebenfalls strenge Grenzwerte: Die Trinkwasserverordnung TrinkwV 2023 setzt den zulässigen Gehalt auf 50 µg/l. Cyanid-Analytik in Wasser ist ein essenzieller Bestandteil der Trinkwasser- und Umweltüberwachung, da sie die Gefahr frühzeitig erkennt.
Bisherige Analysenverfahren erfordern mehrere manuelle Arbeitsschritte, sind zeitaufwendig und können zusätzliche Fehlerquellen mit sich bringen. Je nach Verfahren dauert eine Messung zwischen 60 und 240 Minuten.
Mit dem neu entwickelten Cyanid-Analysator Cyanimax GX, der ein hocheffektives Gasextraktionsverfahren verwendet, lässt sich die Analysenzeit auf nur 30 Minuten reduzieren. Die Proben können ohne Vorbehandlung vollautomatisch über einen Probengeber verarbeitet werden. Das spart Zeit und vereinfacht die Durchführung der Messungen.

Der Prototyp des Cyanid-Analysators wird derzeit in einem Ringversuch geprüft. Die Untersuchungen sollen zeigen, wie zuverlässig das Gerät auch bei komplexen und anspruchsvollen Probenzusammensetzungen arbeitet. Dafür wurden reale Abwasser- und Oberflächenwasserproben an mehr als 20 Labore versandt.

Basierend auf diesen Ergebnissen ist vorgesehen, das Analysengerät in die neu überarbeitete DIN-Norm DIN 38405-13 aufzunehmen, die aktuell erarbeitet wird. Damit kann eine einheitliche, normgerechte Durchführung der Analysen gewährleistet werden.
Das Projekt ist ein Beispiel für die erfolgreiche Kooperation von Wirtschaft und Forschung. Die Idee für das neue Analysensystem entstand in der ECH Elektrochemie Halle GmbH. Das inhabergeführte Unternehmen mit Sitz in Halle (Saale) und Service-Niederlassungen in Großbritannien und den USA entwickelt und produziert Analysengeräte für unterschiedliche Anwendungen im Labor und vor Ort, die weltweit im Einsatz sind. Die ECH brachte ihre fachliche Expertise zu elektrochemischen Messverfahren ein. Der neue Cyanimax GX wird Bestandteil ihrer Produktpalette.
Die GMBU e.V. als langjähriger Partner aus der Forschung erarbeitete fundierte Vergleichsmethoden und Testabläufe für die Optimierung der Messprozesse.
Als Dritter im Bunde kümmerte sich OUT e. V. um die Entwicklung des Designs von Reaktionskammern und Aufschlusseinheit, die auch in komplexer Matrix einen vollständigen Aufschluss gewährleistet.
Nach erfolgreichem Abschluss der Versuchsreihen ist eine zeitnahe Markteinführung des Cyanimax GX geplant. Das Interesse seitens potenzieller Kunden ist bereits groß, da alternative Verfahren insbesondere bei Proben aus der Galvanik an ihre Grenzen stoßen.
Eine Erweiterung des Marktes ist durch Überführung in eine amerikanische ASTM-Norm vorgesehen, was global ein Alleinstellungsmerkmal für das Produkt – Made in Germany – bedeutet.
Kontakt:
ECH Elektrochemie Halle GmbH
Otto-Eißfeldt-Str. 8
D-06120 Halle (Saale)
Tel.: +49 (0) 345 2795700
Mail: info@ech.de
Web: www.ech.de



