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EU setzt auf Forschung und Innovation: Neue Förderperspektiven für den Mittelstand ab 2028

vor 3 Stunden
3 Min. Lesezeit

Mit dem Vorschlag für den EU-Haushalt 2028–2034 will die Europäische Kommission Forschung, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit in Europa deutlich stärken. Im Mittelpunkt stehen ein neues Forschungsrahmenprogramm Horizont Europa und der geplante Europäische Wettbewerbsfähigkeitsfonds. Für innovative Unternehmen und industrienahe Forschungseinrichtungen könnten sich daraus wichtige neue Fördermöglichkeiten ergeben.


Europaflagge
Europäische Union: Neue Perspektiven für Forschung und Innovationsförderung ab 2028 (Symbolbild: Wix)

Forschung und Innovation als Motor der euro-päischen Wettbewerbsfähigkeit

Europa steht vor großen wirtschaftlichen und technologischen Herausforderungen. Der internationale Innovationswettbewerb nimmt zu, während die digitale und ökologische Transformation neue Anforderungen an Unternehmen und Forschungseinrichtungen stellt. Um Europas Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern, setzt die Europäische Kommission in ihrem Vorschlag für den mehrjährigen Finanzrahmen 2028–2034 auf gezielte Investitionen in Forschung, Entwicklung und neue Technologien.


Ein zentrales Anliegen ist es, den Weg von der wissenschaftlichen Erkenntnis bis zur industriellen Anwendung zu erleichtern. Innovative Ideen sollen schneller in marktfähige Produkte, Verfahren und Dienstleistungen überführt werden können.


Horizont Europa und Europäischer Wettbewerbs-fähigkeitsfonds

Eine wichtige Rolle soll das nächste EU-Forschungsrahmenprogramm Horizont Europa spielen. Für den Zeitraum 2028–2034 schlägt die Europäische Kommission ein Budget von rund 175 Milliarden Euro vor. Damit sollen Forschungsexzellenz, internationale Zusammenarbeit und die Entwicklung zukunftsweisender Technologien gefördert werden.


Ergänzend ist die Einrichtung eines neuen Europäischen Wettbewerbsfähigkeitsfonds vorgesehen. Dieser soll Investitionen in strategisch wichtige Technologiebereiche unterstützen und bestehende Förderinstrumente stärker miteinander verzahnen.


Zu den vorgesehenen Schwerpunkten zählen unter anderem:

  • Digitalisierung und technologische Innovationen

  • Saubere Technologien und Dekarbonisierung

  • Gesundheit, Biotechnologie und Bioökonomie

  • Resilienz, Sicherheit sowie Raumfahrt- und Verteidigungstechnologien


Durch eine engere Abstimmung der Förderinstrumente sollen Forschungsergebnisse leichter in wirtschaftliche Anwendungen überführt und innovative Unternehmen beim Wachstum unterstützt werden.


Neue Chancen für innovative KMU und Industrie-forschungseinrichtungen

Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie gemeinnützige Industrieforschungseinrichtungen sind die geplanten Förderinstrumente von besonderer Bedeutung.


Gerade mittelständische Unternehmen verfügen häufig über spezialisierte technologische Kompetenzen und innovative Ideen. Gleichzeitig sind Forschung und Entwicklung mit erheblichen finanziellen Risiken verbunden. Öffentliche Förderung kann dazu beitragen, diese Risiken zu reduzieren und anspruchsvolle Innovationsvorhaben überhaupt erst zu ermöglichen.


Auch die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und industrienahen Forschungseinrichtungen spielt dabei eine entscheidende Rolle. Durch gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte lassen sich Kompetenzen bündeln, neue Technologien erproben und Ergebnisse schneller in die industrielle Praxis übertragen.


Aus Sicht des Verbandes Innovativer Unternehmen e. V. (VIU) ist deshalb entscheidend, dass die europäischen Förderprogramme auch künftig einen praxisnahen und möglichst unbürokratischen Zugang für innovative KMU und gemeinnützige Industrieforschungseinrichtungen gewährleisten.

Insbesondere kooperative Forschungsprojekte und der Technologietransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sollten bei der Ausgestaltung der neuen Programme angemessen berücksichtigt werden.


Einfacherer Zugang zu europäischen Fördermitteln

Neben einer stärkeren finanziellen Ausstattung sieht die Europäische Kommission auch eine Vereinfachung der europäischen Förderlandschaft vor.

Durch besser aufeinander abgestimmte Programme und vereinfachte Verfahren sollen Fördermöglichkeiten übersichtlicher und leichter zugänglich werden. Dies ist insbesondere für kleinere Unternehmen relevant, die häufig nicht über die personellen Ressourcen verfügen, um komplexe europäische Förderanträge zu bearbeiten.

Ob die geplanten Vereinfachungen tatsächlich zu einem niedrigschwelligeren Förderzugang führen, wird wesentlich von der konkreten Ausgestaltung der Programme abhängen.


VIU: Innovationspotenziale des Mittelstands stärker nutzen

Der VIU setzt sich seit vielen Jahren für verlässliche Rahmenbedingungen für Forschung, Entwicklung und Innovation im Mittelstand ein. Dazu gehören leistungsfähige Förderinstrumente, die Unterstützung kooperativer Forschungsprojekte und die Stärkung gemeinnütziger Industrieforschungseinrichtungen.


Die Vorschläge der Europäischen Kommission bieten die Chance, diese Anliegen auch auf europäischer Ebene stärker zu berücksichtigen.


Wichtig ist dabei, dass die neuen Programme nicht ausschließlich auf große Unternehmen und umfangreiche Forschungsverbünde ausgerichtet werden. Auch kleinere, hoch spezialisierte Unternehmen und industrienahe Forschungseinrichtungen müssen die Möglichkeit erhalten, ihre Innovationspotenziale in europäische Projekte einzubringen.


Der VIU wird die weitere Entwicklung der europäischen Förderprogramme aufmerksam verfolgen und sich für Rahmenbedingungen einsetzen, die Forschung, Kooperation und Innovation im Mittelstand nachhaltig stärken.

Wie geht es weiter?

Bei den vorgestellten Maßnahmen handelt es sich derzeit um Vorschläge der Europäischen Kommission für den mehrjährigen EU-Finanzrahmen 2028–2034. Die endgültige Ausgestaltung und finanzielle Ausstattung der Programme werden im weiteren europäischen Gesetzgebungs- und Haushaltsverfahren verhandelt.


Konkrete Förderaufrufe, Teilnahmebedingungen und Antragsfristen für die neue Förderperiode stehen daher noch nicht fest.


Weitere Informationen zu den geplanten Maßnahmen stellt die Europäische Kommission auf ihrer Website bereit: https://commission.europa.eu/topics/budget/eu-budget-2028-2034-explained/driving-prosperity-competitiveness-research-and-innovation_de

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